Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern


Kategorien
> Belletristik > Stundenroman [9.9.9]
Belletristik Bücher
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Belletristik Bücher
Buch Leseprobe Stundenroman [9.9.9], Horst-Hugo Klausens
Horst-Hugo Klausens

Stundenroman [9.9.9]


Romanovelle

Bewertung:
(7)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
631
Dieses Buch jetzt kaufen bei:

oder bei:
Bei AMAZON erhältlich
Drucken Empfehlen

„Darf ich Ihnen mal etwas vorführen?“, meinte Kleber ganz zutraulich. Und Annemarie bat ihn hinein, damit er sich in der Küche würde setzen können. Enrico schaute verwundert auf, ließ aber den Ton vom Fernseher an. Kleber setzte sich zwischen sie beide und stellte das Telefon auf den Tisch. „Hier ist es, worauf sie gewartet haben“, sagte er. „Wir haben auf nichts gewartet“, betonte Annemarie. „Nein, haben Sie nicht?“ Kleber schmunzelte. Er tat so, als wüsste er alles und jedes über sie. Er sagte es aber nicht. Es kamen Andeutungen: „Ich weiß doch, dass sie Geld brauchen!“ „Wer braucht heutzutage kein Geld“, sagte Annemarie und dachte daran, dass Enrico ja gerne dieses Abo hätte, für die Bundesliga, aber kostete ja wieder extra Geld. Alles kostete extra Geld. Annemarie fragte sich nun, was der Mann zu bieten hätte. „Wir kaufen nichts!“, sagte sie dann extra ganz laut und ganz bestimmt. „Brauchen Sie auch nicht. Müssen Sie auch nicht!“ „Na, dann. Was also wollen Sie?“ „Ich möchte, dass es Ihnen endlich besser geht!“ Annemarie fand diese Worte wohltuend. Sie wollte sich einreden, dass es sich um einen Betrüger handelte, aber dennoch empfand sie diese Worte als wohltuend. „Sie können in wenigen Tagen sehr reich werden“, sagte Kleber dann. Annemarie hatte irgendwie Vertrauen zu dem Mann. Sie wusste nicht, warum, aber sie hatte das Gefühl, dass alles Hand und Fuß hatte. Er war kein Betrüger im klassischen Sinne. Er wollte sie und Enrico nur einspannen, für irgendetwas. Aber was war es? „Sie sind krankgeschrieben, Annemarie. – Ich darf doch ‚Annemarie‘ sagen? Und Enrico ist arbeitslos. So sind die Fakten.“


 


Hubschreiber rief an. Er hatte seinen Bügel im Ohr, und das Handy war nun auf „an“. „Und Kleber, wie ist es?“ „Hubschreiber, habt ihr nicht alles verfolgt? Im Bungalow?“ „Doch, doch, wir sind ja alle ganz aufgeregt. Und du warst ja der erste. Alle Achtung.“ „Danke, aber wie weit bist du jetzt? „Ich werde jetzt nach Troisdorf fahren, zu Karl und Wilma Hammel, danach nach Königswinter zu Erwin und Helga Schrebsäckel.“ „Aha, muss ich die kennen?“ „Nein, nein, aber du hattest ja gefragt. Die Lawine muss endlich in Gang kommen. Und welcher Tag könnte ein besserer sein als der 9.9.2009?!“ „Das war doch deine Idee, Hubschreiber!“ „Sicher, aber das Datum lag ja auf der Hand.“ „Wieso?“ „Weil es ein Tag zum Heiraten ist.“ „Wolltest du nicht heiraten?“ „Doch, meine Suela, die Halb-Türkin. Wir wollten heiraten. Ja!“ „Und?“ „Leider ist es aus. Schon ein paar Wochen. Alles hat mit diesem Zulegen-Projekt angefangen. Und dem Bungalow. Wir haben uns kaum noch gesehen. Und dann ist die ganze Liebe den Bach runtergegangen.“ „Kann man denn von Liebe sprechen? Wenn es so läuft?“ „Ich weiß es nicht. Ich bin ja auch ganz durcheinander. Mir ist nicht klar, wie es dazu kommen konnte.“ „Wer hat dich denn in dem Bungalow dazu gezwungen? Hulsk? Elwina? Oder wer?“ „Niemand, denke ich mal. Niemand. Es kam von mir. Suela hat mich immer gewarnt. Die hat auch Verwandte in Syrien, und da lag es nahe. Also, die denken ganz anders. Und Suela hatte so ein Gefühl, nachdem sie mit ihrem Onkel telefoniert hat.“ „Die hat mit ihrem Onkel telefoniert? In Syrien?“ „Ja, ja, über dieses Telefon, das Riechtelefon. – Hatte ich das nicht erzählt?“ „Nein, da wusste ich nichts von. Es gab strengstes Verbot, das Telefon vor dem 9.9. einzusetzen. Das weißt du, Hubschreiber!“ „Man weiß viel, ja, aber Suela hat mich dann so bekniet. Ich konnte nicht nein sagen.“ „Und dann?“ „Dann war dieser Anruf. Und der muss schlecht verlaufen sein. Vom Riechen her, oder von dem her, was der Onkel sagte. Es war jedenfalls alles ziemlich beschissen. Glaube mir!“ „Ich glaube gar nichts. Ich glaube auch nicht an den Paraglider-Absturz, von dem sie gerade berichten.“ „Im Radio?“ „Ja, wieso?“ „Ich dachte, wir dürften kein Radio mehr hören, damit wir nicht die neuen Umfragen hören, von der SPD. Weil die doch unser Projekt gefährden.“ „Recht hast du, Hubschreiber. Allerdings: Ich bin Leiter der Riechtelefonaktion, und da muss ich doch halbwegs auf dem Laufenden sein.“ „Ist es denn so? Bei einem Paragliderabsturz? Muss man das denn wissen?“ „Weiß man denn jetzt schon, was man vielleicht gleich wissen muss? So, ich muss Schluss machen. Und hau rein jetzt, Hubschreiber, mit Suela oder ohne. Die Sache muss jetzt anlaufen.“ „Ja, ja, danke. Ich muss aber noch kurz zum Kümmerberg.“ „Was willst du denn da?“ „Ich muss die Beatles-Boxen noch abholen. Die sind doch ein Bestandteil deines Projektes.“ „Sind die denn nicht in den Bungalow geliefert worden?“ „Leider nein. Die sollten bis 10.00 Uhr da sein, aber nichts kam. Dann kam stattdessen der Anruf von Kümmerberg, wir müssten sie alle bei ihm abholen. Ich fahre also jetzt über Siegburg nach Troisdorf, usw. Kostet wieder extra Zeit, ich weiß. Aber so ist die Welt.“


Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



Sponsoren

© 2008 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!
suchbuch.de wird unterstützt von loadplanet.de


ExecutionTime: 1 secs